Geschichtliches

 

Schon im 15. Jahrhundert tauchte auf den Gemälden von Andrea Mantegna ein Hund auf, der dem Lagotto ähnlich war.

 

Der Lagotto Romagnolo ist auf die Trüffelsuche bei jeder Bodenart spezialisiert; es handelt sich um die einzige Rasse auf der Welt, die auf die Suche dieses wertvollen Pilzes spezialisiert ist.

 

Ein typischer Wasserhund von mittlerem bis kleinem Umfang mit leichter mesomorpher Gestalt, dessen Rumpf im Quadrat steht. Er hat ein derbes Aussehen, ist stark gebaut, sehr gut proportioniert, woraus man auch seine gute Anlage zur Arbeit erkennt. Sein Ausdruck ist aufmerksam, intelligent und lebhaft. Während der Arbeit zeigt der Lagotto Leidenschaft und Leistungsfähigkeit, indem er seine natürliche Anlage zur Suche und seinen ausgezeichneten Geruchssinn ausnützt. Da er seinen Jagdtrieb fast gänzlich verloren hat, ist er gegenüber jeglichem Wild uninteressiert.

 

Er ist leicht trainierbar, sehr an seinen Herrn gebunden und darum auch ein liebevoller Lebensgefährte. Der Lagotto, mit seinem klaren Charakter hat das Aussehen einer antiken, archaischen Rasse, die die Schwierigkeiten der Vergangenheit überwunden hat und bis in unsere Zeit vorgedrungen ist.

 

Die italienischen Völker haben schon in alten Zeiten erfolgreichen Handelsaustausch mit dem Orient gepflegt. Dieser Handel auf allen Ebenen hat auch zur Verbreitung verschiedener Bräuche und Sitten unter den Völkern geführt, so dass sich dann auch die Hunderassen dieser Bewegung angepasst haben.

 

Bei archäologischen Grabungen im Nordosten Italiens wurden unter anderem immer wieder Funde gemacht, die auf einen kleinen Wasserhund mit kurzen, borstigem und lockigen Fell hinweisen.

 

Der Wunsch zur Expansion ließ die Völker des Ostens zur Iberischen Halbinsel und bis zu den Britischen Inseln vordringen. Als die Wasserhunde während der Eroberungskriege über Nordafrika bis nach Spanien gelangten, wo der heutige Perro de Agua Español seinen Ursprung hat, lebten die Wasserhunde auf der italienischen Halbinsel, speziell in den feuchten und sumpfigen Gebieten im Norden des Landes, schon seit Jahrhunderten dort. Aus diesem Grund ist es doch sehr wahrscheinlich, das jeder Canis acquaticus, der von Linneo genannt wird und von dem er sagt, dass er seit langen im mittelländischen Becken vorhanden, unser Lagotto ist. Im Bild, das von Linneo gezeichnet wurde, ist die morphologische Ähnlichkeit mit dem lockigen Hund der Romagna sehr eindrucksvoll.

 

 

Nachdem die etruskische Kultur verschwunden war, blieben die Wasserhunde und verbreiteten sich zuerst während der römischen Zeit und danach auch im Mittelalter, speziell im Gebiet von Ravenna, in den Täler von Comacchio und Venedig bis zum Friaul und Istrien.

 

Diese Hunde begleiteten die sogenannten „Vallaroli“ oder „Lagotti“, damals sehr pittoreske Gestalten, die vor der großen Trockenlegung die wirkliche Seele jener wildreichen Lagunen waren. Eine weitere Tätigkeit der Vallaroli war die damals weniger, aber umso erfolgreichere Trüffelsuche. Ihr unzertrennlicher Begleiter war der kleine Lagotto, Hüter des Bootes und des Hauses, ausgezeichneter Apportierer und Auffinder vor allem von Blässhühnern.

 

Der Lagotto schwamm stundenlang, oft auch während sehr kalten Tagen, wo er manchmal auch Eisschichten durchbrechen musste, um dann die erlegten Vögel auf das Boot zu bringen. Das dichte gelockte Fell schützte den Lagotto vor dem kalten Wasser.

 

Wegen der großen Trockenlegung, die im Laufe der Jahrzehnte die weiten Sumpfgebiete von Comacchio und der Romagna schrumpften, verlor der Lagotto mehr und mehr seine Funktion als Wasserhund und spezialisierte sich immer mehr als Trüffelsucher.

 

Der Übergang von der einen zur anderen Funktion ist zwischen 1840 und 1890 datierbar.

 

Mitte der siebziger Jahre beschloss eine Gruppe Hundeliebhaber der Romagna diese Rasse vor der totalen Entartung zu retten. Sie begannen gerade noch rechtzeitig mit der genetischen Rekonstruktion des Lagotto.

 

1988 wurde in Imola der „Club Italiano Lagotto“ gegründet.

Offizielle Anerkennung des E.N.C.I erfolgte 1992

1995  erfolgt die provisorische internationale Anerkennung durch die F.C.I.